Gebärde der Woche

Gebärde der Woche

Vielleicht ist Ihnen dieses oder ein ähnliches Plakat beim Schul- und Kindergarteneingang bereits aufgefallen:

Bild zur Gebaerde der Woche

Es zeigt die Gebärde der Woche in bildlicher Darstellung, dazu das geschriebene Wort und eine sogenannte Sprechklammer, mit deren Hilfe man die Gebärde auch hören kann.

Wir verwenden dabei die österreichische Gebärdensprache (ÖGS), die Muttersprache der knapp 10.000 gehörlosen Menschen in Österreich.

Die ÖGS ist eine eigenständige, linguistisch vollwertige und natürliche Sprache. ÖGS hat eine eigene Grammatik und Syntax, die anders ist als die Grammatik der Deutschen Lautsprache.

Gebärden bestehen aus kombinierten Gesten der Arme, Hände und Finger sowie Mimik, Mundbild und Körperhaltung.

Die Gebärdensprache besitzt kein eigenes Alphabet! Das in der Gebärdensprache genutzte Fingeralphabet ist unabhängig von der Gebärdensprache entstanden. Gebärden können nicht buchstabiert werden, sondern nur die entsprechenden Worte der Lautsprache.

 

Warum gibt es an unserer Schule diese Plakate?

Einerseits wollen wir unseren SchülerInnen bewusst machen, dass es neben der Lautsprache auch noch weitere anerkannte Sprachen in Österreich gibt, eine davon ist eben die ÖGS.

Andererseits ist unsere Schule ein integrativer Standort, der auch von nichtsprechenden SchülerInnen besucht wird. Diese lernen zwar nicht die vollständige ÖGS, verwenden aber unter anderem auch Gebärden, um mit anderen Menschen zu kommunizieren.

Gebärden sind eine Form der sogenannten Unterstützten Kommunikation.

Ziel der Unterstützen Kommunikation (UK) ist die Kommunikationsmöglichkeiten zu verbessern, indem verschiedene Hilfsmittel, Strategien und Techniken zur Verfügung gestellt werden, die die Lautsprache ergänzen oder ersetzen.

Über die verschiedenen Formen der Unterstützten Kommunikation können Sie sich in Kürze auf unserer Homepage näher informieren.

Martina Neuhold-Pulker

Quelle: www.oeglb.at, www.gehoerlos.at, Verein Kinderhände